Die Stufe 0 und die Trichter-Abenteuer

Irgendwie hatte ich das Gefühl, ich hatte schon einen Beitrag dazu, aber da hab ich mich wohl geirrt. Deshalb kurz ein paar Sätze zu einem der Hauptmerkmale des DCC RPG: die Stufe 0 und die „funnel“ („Trichter“).

Diese beiden Sachen werden fast immer als erstes erwähnt, wenn man über DCC spricht. Doch was hat es damit auf sich?

Für gewöhnlich beginnt man bei klassischen Rollenspielen auf der Stufe 1, wählt eine Klasse, etwas Ausrüstung und startet in das Abenteuer.
Goodman Games hat schon vor längerer Zeit in ihren Modulen für D&D 3.5 die Stufe 0 eingeführt. Sinn der Sache ist, dass man Charaktere spielt die gerade erst in das Abenteurerleben starten, also noch keine tollen Klassenfertigkeiten oder besondere Ausrüstung haben.

Beim Schritt zum eigenen System – dem Dungeon Crawl Classics RPG – wurde dieser Teil fest im Regelwerk verankert. Es wird empfohlen zumindest die ersten Partien auf der Stufe 0 zu beginnen, und dann nicht mit nur einem Charakter – nein – sondern gleich mit vier!

Warum? Weil die Chance, dass alle überleben gleich null ist. Schließlich sind die Charaktere eine Gruppe von Bauern, Käsemachern und Abtrittfegern, die sich den übelsten Gefahren stellen. Dass es dabei Tote geben wird ist absehbar; der Charaktertod droht also hinter jeder Ecke (und manchmal auch auf gerader Strecke).

Und was erwartet einen in so einem Trichter-Abenteuer?

Das hängt natürlich etwas von der SL ab, aber man sollte mit vielen Charaktertode, vielen Kämpfe und übermächtigen Gegnern rechnen. Weglaufen ist oft nicht die schlechteste Idee.
Das ganze Konzept der Stufe 0 klingt für viele zunächst etwas seltsam. Meist liegt das daran, dass die Spielercharaktere als herausragende Persönlichkeiten mit umfangreicher Hintergrundgeschichte gesehen werden, die als strahlende Helden von Gefahr zu Gefahr ziehen. Der Charaktertod ist dabei eine Ausnahme und dient wenn dann als bombastischer Abgang einer Lichtgestalt (jaja, ich übertreibe 😉 ). Dass ein Charakter auf dem Weg zum Dungeon durch eine kleine Unachtsamkeit sterben könnte wirkt da – nachvollziehbarerweise – befremdlich.

Aber gerade das ist der Reiz: from zero to hero! Die Charaktere werden erst durch das tatsächliche Spiel zu Helden. Die Hintergrundgeschichte entsteht und wird nicht geschaffen. Und gleichzeitig entsteht auch eine viel stärkere „Bindung“ an den einen (selten mehr) Charakter der das Alles tatsächlich überlebt hat.

Damit das Spielen mit vier Charakteren nicht in maßloser Buchhaltung endet wurde die Charaktererstellung auf ein Minimum reduziert. Es gibt dafür nützliche Tools oder tolle Stufe 0 Schnellstarter. *wink wink* Vier Charaktere kann man in wenigen Minuten selbst auswürfeln oder in ein paar Sekunden erstellen lassen.

Das Ergebnis des Tools von Purple Sorcerer sieht z. B. wie folgt aus:

Und schon kann man in’s Spiel starten!

Von den Regeln her ist DCC wirklich ein Leichtgewicht, und auf Stufe 0 umso mehr. Vermuten würde man das beim Blick auf das Regelwerk zwar nicht, aber das Meiste davon braucht man für das tatsächliche Spiel nicht.

Wie man das Regelwerk zusammenstreichen kann hat Martin Ralya hat auf seiner Seite gezeigt. Für seine „DCC RPG Convention Funnel Edition“ hat er den Regelteil auf sage und schreibe 12 Seiten reduziert. Für seine reguläre Runde (Stufe 1 aufwärts) schleppt er immerhin gewaltige 18 Seiten mit 😉

Hier die relevanten Seiten:

  • Skill checks, pp.66-67
  • Equipment and related rules, pp.70-73
  • Combat, pp.76-82
  • Damage, healing, and other misc. rules, pp.93-96

(Empfehlenswert ist zusätzlich aber sicherlich noch das „DCC RPG Reference Booklet“ von People Them With Monsters. Gibt’s als gratis PDF oder für nen schmalen $ bei Lulu.com.)

Das soll als Überblick genügen, bei Fragen einfach die Kommentare nutzen, ich helfe wo ich kann 😉

Wie es nach der Stufe 0 weitergeht habe ich dann tatsächlich schon einmal aufgeschrieben: Die Stufe 1 und die Klassen beim DCC RPG

 

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